Mittwoch, 11. August 2010

Kinderglück beim Klauen?


Kinder, die klauen hält man normalerweise nicht für unverbesserliche Diebe. Es ist schließlich gar nicht so leicht, fremdes Eigentums zu akzeptieren, manche lernen das nicht mal als Erwachsene. Bei Kindern wird Klauen meist als Ausrutscher gesehen.

Es ist gar nicht so einfach, Kind zu sein, in manchen Gegenden von Rio de Janeiro. Wo Menschen im Kindesalter für Drogenchefs interessant sind, weil sie noch nicht strafmündig sind. Wo Zehnjährige mit Maschinengewehren herumlaufen und Achtjährige mit Crack und noch wüsteren Drogen anfixen.

Dagegen erzählt eine Meldung aus den heutigen Nachrichten womöglich eher von einer Art Kinderfest.

Im Norden der Stadt Rio de Janeiro hatten Nachbarn Geräusche in einer anderen Wohnung gehört. Lachen war eines der Geräusche. Das kam den Nachbarn seltsam vor, denn die Bewohner des Apartments waren verreist. Also riefen sie die Polizei. Die Ordnungshüter kamen, brachen in die Wohnung ein und fanden eine vierköpfige Einbrecherbande vor, die sie umgehend fest- und auf die Wache mitnahmen.

Es handelte sich um drei Schwestern und eine Freundin. Sie waren zehn, sechs und drei Jahre alt. Ihre Eltern haben sie gezwungen, in die fremde Wohnung einzudringen, sagten die Mädchen aus. Sie wurden zum Klauen geschickt, damit die Eltern sich Drogen kaufen konnten. Brachten sie keine Beute nach Hause, gab es Prügel.

Kinder sind manchmal geschickte Erfinder von haarsträubenden Geschichten. In diesem Fall allerdings gab es Indizien dafür, dass die Geschichte der Wahrheit entsprechen könnte. Der Polizist auf der Wache glaubte den Einbrecherinnen. Weil er an ihnen seltsame Narben wie von Messerschnitten und Zigarettenverbrennungen entdeckt hatte.

So gesehen war das Einbrechen womöglich für die drei Schwestern und ihre Freundin eine nahezu vergnügliche Unternehmung in einer Art Freiraum außerhalb der Reichweite der Eltern und deren brutaler Parallelwelt. Normalerweise lachen Kinder nicht fröhlich, wenn sie etwas mitgehen lassen. Aber normal war es bei den drei Schwestern zuhause sicherlich eben so wenig, wie vergnüglich.

Foto: Drogenkid - gesehen bei www.zaroio.com

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